Geschäftsmann in der City schaut auf sein Handy und lächelt - Abfindung ADVOLAW Rechtsanwalt für Arbeitsrecht Georg Gradl, Starnberg
Foto: BullRun on AdobeStock

Abfindung

Was ist eine Abfindung und wer hat Anspruch darauf?

Eine Ab­fin­dung ist ei­n Geldbetrag, den der Arbeitgeber sei­nem Ar­beit­nehmer bei Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses als Entschädi­gung für den Ver­lust des Ar­beits­plat­zes bezahlt.

Im deutschen Arbeitsrecht gibt es nur wenige Fälle, in denen der Arbeitnehmer gegenüber dem Arbeitgeber einen Rechtsanspruch auf Zahlung einer Abfindung hat. Beispiele hierfür sind Reglungen in Sozialplänen oder der Anspruch nach § 1a KSchG bei einer verbindlichen Zusage einer Abfindung durch den Arbeitgeber. Darüber hinaus hat der Arbeitnehmer in der Regel bei Be­en­di­gung seines Ar­beits­verhält­nis­ses aber kei­nen Rechts­an­spruch auf ei­ne Ab­fin­dung. Vie­le Ar­beit­neh­mer ge­hen zwar da­von aus, dass ih­nen bei ei­ner durch den Ar­beit­ge­ber aus­ge­spro­chen Kündi­gung ei­ne Ab­fin­dung „zu­ste­he“, das ist aber recht­lich falsch.

Dennoch sind viele Arbeitgeber in der Praxis bereit, eine Abfindung zu bezahlen, um das Arbeitsverhältnis mit einem unliebsamen Arbeitnehmer beenden zu können. Grund hierfür ist die Angst der Arbeitgeber vor einem langen Kündigungschutzprozess bei einer unklaren Rechtslage. Kaufmännisch be­trach­tet sind Ab­fin­dun­gen da­her der Preis, den der Arbeitgeber bereit ist, für die rechts­si­che­re, schnelle und kos­tenmäßig kal­ku­lier­ba­re Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses zu zahlen.

Wie wird die Höhe der Abfindung berechnet?

Hierfür gibt es keine festen Regeln. Wesentliche Faktoren für die Höhe der Abfindung sind die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Arbeitgebers, die Stärke der rechtlichen Position des Arbeitnehmers sowie das Verhandlungsgeschick und die Erfahrung des Arbeitnehmers bzw. seines Anwalts. Viele Arbeitsgerichte, die den Parteien in der Güteverhandlung einen Vergleichsvorschlag für die Zahlung einer Abfindung unterbreiten, orientieren sich an der sog. Faustformel. Danach soll ein halbes Bruttomonatsgehalt pro Jahr der Beschäftigung eine angemessene Abfindungshöhe sein. Gerade bei Arbeitsverhältnissen, die schon sehr lange bestehen, kann es einen immensen Unterschied ausmachen, welcher Faktor für die Berechnung der Abfindungshöhe herangezogen wird.

Wann macht es Sinn, einen Anwalt zu Rate zu ziehen?

Ab­fin­dun­gen wer­den meistens im Rah­men ei­nes außer­ge­richt­li­chen Auf­he­bungs­ver­tra­ges oder nach Ausspruch einer Kündigung im Kündigungsschutzprozess vor dem Arbeitsgericht aus­ge­han­delt. In folgenden Situationen sollten Sie einen Anwalt mit der Prüfung Ihres Falles beauftragen:

  • der Arbeitgeber hat eine Kündigung angedroht oder bereits eine Kündigung ausgesprochen (Achtung: 3-Wochen Frist beachten!!!)
  • der Arbeitgeber hat den Wunsch geäußert, das Arbeitsverhältnis beenden zu wollen
  • der Arbeitgeber hat bereits den Abschluss eines Aufhebungsvertrages angeboten

Da es bei Abfindungen meist um viel Geld geht, sollten Sie in jedem Fall einen erfahrenen Fachmann zu Rate ziehen, bevor Sie voreilige Zusagen machen oder Unterschriften leisten.

Wir prüfen für Sie, ob in Ihrer konkreten Situation die Chance besteht, eine Abfindung auszuhandeln. Ganz nach Ihren individuellen Wünschen beraten wir Sie bei den Abfindungsverhandlungen mit Ihrem Arbeitgeber oder führen die Verhandlungen selbst in Ihrem Auftrag.

Unterlagen

Für eine optimale Beratung und Betreuung benötigen wir von Ihnen – wenn möglich – die folgenden Unterlagen:

  • Ihren Arbeitsvertrag
  • Ihre letzten 3 Gehaltsabrechnungen (falls vorhanden)
  • sonstige Unterlagen: Kündigungsschreiben, Änderungsvereinbarungen, Abmahnungen, Aufhebungsvertrag, Schriftwechsel mit dem Arbeitgeber

Gern können Sie uns diese Unterlagen auch bereits vor dem Besprechungstermin per E-Mail, Fax oder Post zusenden.

Wir beraten Sie.

Rechtsanwalt Georg Gradl ist Experte für Aufhebungsverträge und erfahrener Fachanwalt für Arbeitsrecht. Schreiben Sie uns gerne Ihre Fragen per E-Mail oder rufen Sie uns an.

Eine kompetente Erstberatung, die auch die Prüfung Ihrer Unterlagen beinhaltet, bieten wir Ihnen zu einem Pauschalhonorar in Höhe von 250,00 € zzgl. USt. an.

Wenn Sie uns nach einer Erstberatung mit der Übernahme Ihres Falles beauftragen möchten, besprechen wir mit Ihnen vor der Mandatierung selbstverständlich die zu erwartenden weiteren Kosten und die Möglichkeiten einer Kostenübernahme durch eine Rechtsschutzversicherung oder durch den Arbeitgeber.

Mehr zum Thema Abfindung

Geschäftsführer telefoniert - ADVOLAW Rechtsanwalt für Arbeitsrecht Georg Gradl, Starnberg
Foto: marvent on AdobeStock

7 Tipps zum Aufhebungsvertrag für GmbH-Geschäftsführer

Möchte sich eine GmbH einvernehmlich von ihrem Geschäftsführer trennen, legt sie ihm hierzu einen Aufhebungsvertrag vor. In diesem Beitrag erfahren Sie, was ein Geschäftsführer vor der Unterzeichnung eines Aufhebungsvertrags beachten sollte und wann er Chancen auf eine Abfindung hat.
Arbeitslosengeld nach Aufhebungsvertrag - ADVOLAW Rechtsanwalt Georg Gradl, Starnberg
Foto: Jp Valery on Unsplash

Arbeitslosengeld nach Aufhebungsvertrag – zwei Lösungen

Ein Aufhebungsvertrag kann viele Vorteile haben. Wer allerdings nicht aufpasst, muss mit einer Sperrzeit beim Arbeitslosengeld rechnen. Außerdem kann die Abfindung das Arbeitslosengeld kürzen. Daher sollten Sie einen Aufhebungsvertrag nicht ohne Anwalt unterzeichnen. 
Betriebsrente im Aufhebungsvertrag - Rechtsanwalt für Arbeitsrecht Georg Gradl, Starnberg, ADVOLAW
Foto: Jacob Lund on Shutterstock

Betriebsrente im Aufhebungsvertrag sichern

Viele Arbeitnehmer sorgen für ihr Alter mit einer betrieblichen Altersversorgung vor. Umso wichtiger ist es, dass die Ansprüche auf die Betriebsrente nach einem Aufhebungsvertrag nicht verloren gehen? In diesem Beitrag erklären wir Ihnen, wie Sie in einem Aufhebungsvertrag Ihre Ansprüche auf die Betriebsrente sichern können. 
Aufhebungsvertrag nach Corona - ADVOLAW Rechtsanwalt Georg Gradl, Starnberg
Foto: wavebreakmedia on Shutterstock

Update: Aufhebungsvertrag wegen Corona

In der Corona-Pandemie sind viele Betriebe in Schieflage geraten. Um den Mitarbeitern nicht kündigen zu müssen, greifen Arbeitgeber gerne zu Aufhebungsverträgen. In diesem Beitrag geben wir Arbeitnehmern wichtige Tipps zum Aufhebungsvertrag wegen Corona, insbesondere zur Vermeidung einer Sperrzeit beim Arbeitslosengeld.
Maximale Abfindung bei Aufhebungsvertrag - Rechtsanwalt für Arbeitsrecht Georg Gradl, Starnberg, ADVOLAW
Foto: FreshSplash on iStock

So erzielen Sie die maximale Abfindung bei einem Aufhebungsvertrag

Abfindung und Aufhebungsvertrag – zwei Begriffe, die eng zusammengehören. In aller Regel ist die Abfindung der größte Vorteil, den Arbeitnehmer von einem Aufhebungsvertrag haben. Wir klären die wichtigsten Fragen zu diesem Thema.   4 Tipps zur Abfindung im Aufhebungsvertrag: Auf eine Abfindung im Aufhebungsvertrag besteht kein Anspruch. Sie müssen verhandeln. Stimmen Sie dem Aufhebungsvertrag erst zu, …
Aufhebungsvertrag ohne Abfindung? - Rechtsanwalt für Arbeitsrecht Georg Gradl, Starnberg, ADVOLAW
Foto: NoSystem images on iStock

Aufhebungsvertrag ohne Abfindung unterschreiben?

Zu einem Aufhebungsvertrag gehört oft auch eine Abfindung – aber eben nicht immer. Ob Sie einem Aufhebungsvertrag ohne Abfindung zustimmen sollten, hängt von vielen Umständen ab. Dieser Beitrag gibt Ihnen eine Orientierung zum Aufhebungsvertrag ohne Abfindung und was dabei zu beachten ist.
Aufhebungsvertrag in der Elternzeit - Rechtsanwalt für Arbeitsrecht Georg Gradl, Starnberg, ADVOLAW
Foto: alvarez on iStock

Aufhebungsvertrag in der Elternzeit

Für einen Aufhebungsvertrag während der Elternzeit kann es gute Gründe geben. Aus Sicht des Arbeitgebers bietet er eine rechtssichere Alternative zur Kündigung. Für Arbeitnehmer steht oft die Abfindung im Vordergrund. Dieser Beitrag erklärt die Folgen, die ein Aufhebungsvertrag während der Elternzeit haben kann.
Junge Frau am Notebook - Sprinterklausel Aufhebungsvertrag - Rechtsanwalt für Arbeitsrecht Georg Gradl, Starnberg, ADVOLAW
Foto: Maria Markevich on Shutterstock

Sprinterklausel im Aufhebungsvertrag – vorteilhaft für Arbeitnehmer?

Eine Sprinterklausel ermöglicht dem Arbeitnehmer einen flexiblen Wechsel der Arbeitsstelle und gewährt ihm eine erhöhte Abfindung. Ein Aufhebungsvertrag mit einer solchen Klausel kann also große Vorteile für den Arbeitnehmer bieten. Was Sie bei der Sprinterklausel beachten müssen, zeigen wir im folgenden Beitrag.
Aufhebungsvertrag bei Insolvenzverfahren - Rechtsanwalt für Arbeitsrecht Georg Gradl, Starnberg, ADVOLAW
Foto: goodluz on Shutterstock

Aufhebungsvertrag bei Insolvenzverfahren – Seien Sie vorsichtig!

Wenn der Arbeitgeber Insolvenz anmelden muss, sind Arbeitsplätze gefährdet. Sollten Arbeitnehmer dann einen Aufhebungsvertrag unterschreiben. Dieser Beitrag erklärt Ihnen, welche Risiken und Chancen Aufhebungsverträge bei Insolvenzverfahren für Arbeitnehmer haben.
Fußballstadion - Aufhebungsvertrag für Trainer - Rechtsanwalt für Arbeitsrecht Georg Gradl, Starnberg, ADVOLAW
Foto: bodrumsurf on Shutterstock

Aufhebungsvertrag für Trainer und Sportdirektoren im Profifußball

Soll der Vertrag eines Trainers oder Sportdirektors im Profifußball beendet werden,  ist der Aufhebungsvertrag das Mittel der Wahl. Allerdings sind in der Branche einige Besonderheiten zu beachten. Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Georg Gradl, Experte für das Aushandeln von Aufhebungsverträgen, erklärt die wesentlichen Unterschiede.
Arzneifläschchen - Rechtsanwalt für Arbeitsrecht Georg Gradl, Starnberg, ADVOLAW
Foto: Kelly Sikkema on Unsplash

Aufhebungsvertrag aus gesundheitlichen Gründen

Können Sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten, kommt ein Aufhebungsvertrag wegen Krankheit in Betracht. Mit ihm endet das Arbeitsverhältnis einvernehmlich. Nicht nur deshalb hat der Vertrag weitreichende Folgen. Hier erfahren Sie, was Sie beim Aufhebungsvertrag aus gesundheitlichen Gründen beachten sollten.